Skip to main content

Ehrung von Frau KommR Christl Sedlar vom Café Prückel

Ende dieses Jahres ist es so weit: Frau KommR Christl Sedlar übergibt das Café Prückel.

Das Traditionskaffeehaus wurde 1903 gegründet und ist seit 1920 im Familienbesitz. Zuletzt wurde das Café Prückel 63 Jahre lang von Frau KommR Sedlar betrieben.

Im Zuge ihrer langjährigen Tätigkeit für die Wiener Kaffeesieder wurde Frau KommR Christl Sedlar von der Fachgruppe Wien der Kaffeehäuser, der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft und dem Bezirksvorsteher gebührend geehrt.

Wir wünschen Frau KommR Sedlar alles Gute und bedanken uns für ihre Dienste für die Wiener Kaffeehauskultur!

Verleihung des Berufstitels an KommR Berndt Querfeld

Einer der Namen, die besonders oft genannt werden, wenn man an das Wiener Kaffeehaus denkt, ist Berndt Querfeld. Er verkörpert das Kaffeehaus wie kaum noch jemand. Mit ganzem Herzen hat er sich nicht nur der Wiener Kaffeehauskultur verschrieben, sondern auch ihrer Modernisierung – denn Berndt Querfeld legt Wert auf gleichermaßen Tradition und Zukunftsblick.

Schon lange ist es nicht mehr nur ein Kaffeehaus, das Berndt Querfeld gemeinsam mit seiner Familie führt. Mittlerweile ist es ein Gastronomie-Imperium, welches unter anderem das Café Landtmann, das Café Museum sowie ein „Café Landtmann“ genanntes Restaurant als Franchise in Tokio umfasst.

Für diese eindrucksvolle Karriere in der Wiener Kaffeehauskultur und Gastronomie wurde Berndt Querfeld mit dem Kommerzialrats-Titel geehrt.

Wir gratulieren Herrn Querfeld recht herzlich zur Verleihung des Berufstitels!

 

 

Kriminacht 2023

Prominente heimische und internationale Krimiautoren kamen zur 19. Kriminacht am 10. Oktober 2023 zu Lesungen in den Cafés der Stadt zusammen.

Im neunzehnten Jahr ihres Bestehens setzt die mittlerweile schon traditionelle Kriminacht im Wiener Kaffeehaus auf Granden des Horrors, Mordens und Totschlagens aus heimischen und deutschsprachigen Gefilden sowie internationale Star-Autoren. Die Autoren und Werke sind so vielfältig wie die Schauplätze der kriminellen Lesungen: Neben klassischen Kaffeehäusern wie dem Café Imperial, dem Café Schwarzenberg, dem Café Frauenhuber oder dem Café Volkstheater wurde unter anderem auch beim 48er Tandler gelesen.

Impressionen finden Sie auf der Homepage.

Titelbild: © Stefan Diesner

 

 

Impressionen zum Tag des Kaffees 01.10.2023

Rund um den diesjährigen Tag des Kaffees wurden mehrere Aktionen durch die Fachgruppe Wien der Kaffeehäuser organisiert.

Bereits in den Morgenstunden des 29.09.2023 wurde mit einer Verteilaktion von 1.500 Goodie-Bags das Wochenende rund um den Tag des Kaffees eingeläutet. Passante in der Wiener Innenstadt durften sich über einen tollen Inhalt freuen (Meinl Kaffee, Gutschein 1+1 – der günstigere Kaffee ist gratis, Frühstückskipferl von der Bäckerei Geier, Mirabell-Mozartkugel, tagesaktuelle Kurierausgabe, Kaffee ABC und einem Informationsflyer zum Kaffeemuseum).  In zwei Goodie-Bags hat sich darüber hinaus ein Gutschein für 2 Karten für den Kaffeesiederball 2024 versteckt.

Weiter ging es mit einer Nostalgierundfahrt entlang des Rings. Diese wurde von Maria Mustapic Jun., BA, Fremdenführerin, zum Thema Kaffeehauskultur in Wien und Dipl.-Ing. Dr. Marija Zunabovic-Pichler, Leiterin der Stabsstelle Wasserqualität, zum Thema Qualität des Wiener Wassers begleitet.

Abschließend fanden am Sonntag, 01.10.2023 insgesamt vier gratis Touren durch den ersten Bezirk statt, zwei Touren unter dem Motto „Das Kaffeehaus, das Wasser und die Literatur“ und zwei weitere Touren unter dem Titel „Kaffee und Mehlspeis bei Kaisers“.

Wir haben ein paar Eindrücke für Sie festgehalten. Diese können Sie auch online herunterladen.

 

Das war die Kaiser Wies´n 2023!

Am 22.09.2023 hat die Fachgruppe Wien der Kaffeehäuser gemeinsam mit ihren Mitgliedern einen tollen Abend auf der Kaiser Wies´n verbracht. Es wurde gelacht, getanzt, gut gegessen und vor allem die Gelegenheit genutzt, neue Netzwerke zu knüpfen.

Hier finden Sie ein paar Eindrücke des Abends. Sie können die Bilder auch gerne herunterladen.

Das Wiener Kaffeehaus – Zwischen Nostalgie und Moderne

Die Wiener Kaffeehauskultur ist seit Jahrhunderten weltberühmt und seit 2011 UNESCO Weltkulturerbe. Doch waren es früher die Walzerklänge von Johann Strauss, zu denen genüsslich die ein oder andere Melange getrunken wurde, so erklingt heute immer häufiger moderner DJ-Sound. Auch was die Umstände und Einrichtungen angeht, gibt es einen immer größeren Kontrast zwischen den unterschiedlichen Cafés der Stadt. Den klassischen Wiener Kaffeehäusern mit schick gekleidetem Ober, Thonet Sesseln und Tageszeitung stehen heute Cafés mit Selbstbedienung, geräumigen Sofas und kostenlosem WLAN gegenüber. Diese ORF-III Neuproduktion erzählt die Geschichte der Wiener Kaffeehauskultur im Wandel der Zeit und zeigt die Bedeutsamkeit der Cafés für Kunst und Kultur.

Sie finden die Dokumentation zum Nachschauen unter

Dokumentation: Das Wiener Kaffeehaus – Zwischen Nostalgie und Moderne

 

 

 

Das war das Summersgiving 2023

Mehr als 800 Gäste feierten beim „Summersgiving“ in entspannter Atmosphäre und genossen neben erfrischenden Cocktails und bestem Streetfood auch ein Konzert der Band „Wiener Wahnsinn“. Der Fokus lag vor allem auf jenen, die für den Erfolg der Betriebe so maßgeblich sind: Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

 

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

© WKW

 

„Glaubst ma nie“ – 3

Ein Wiener Kaffeehaus ist mehr als ein bloßer Rückzugsort für introvertierte EinzelgängerInnen und Menschen, die bei Heißgetränk und Mehlspeise dem Alltagsleben entfliehen wollen. Da ist die ältere Dame, die täglich ins Kaffeehaus geht um die Zeitung zu lesen, während sie an ihrem Franziskaner nippt, und eine Gruppe von Damen, die sich als Ritual jeden Mittwoch Abend für mehrere Partien Tarock trifft.

KULTFILM-KULISSE: EIN HOTSPOT FÜR FILMBEGEISTERTE

Doch auch besondere Gäste, die aus ganz speziellen Gründen in ein Kaffeehaus kommen, liefern eine Fülle an Geschichten: Die Wirtin eines renommierten Wiener Kaffeehauses hat alle Hände voll zu tun, denn die Anfragen von FilmemacherInnen, die in ihrem Kaffeehaus drehen möchten, reißen nicht ab. Der Grund dafür liegt unter anderem an der Tatsache, dass der Kultfilm „Before Sunrise” dort gedreht wurde. Seitdem strömen Filmfans aus aller Welt in die aus dem Film bekannte Loge. Sogar Heiratsanträge hat es dort schon gegeben. Auch wenn die Wirtin heute die meisten Anfragen von Filmcrews ablehnt — aus Angst, dass sie wieder etwas in dem denkmalgeschützten Kaffeehaus beschädigen könnten, hat sie im Lockdown das Beste aus der Situation gemacht: Das Kaffeehaus öffnete seine Türen für junge Wiener FilmemacherInnen und bot ihnen ihr Cafe als kostenlosen Drehort an. Als Gegenleistung wurde von den JungregisseurInnen lediglich ein großzügiges Trinkgeld für den anwesenden Ober verlangt, der behütend schaut, dass nichts in die Brüche geht.

EIN UNGEWÖHNLICHER WÄCHTER

„Woher kommt denn dieser skurrile Affe auf dem Regal?“ Diese Frage beantwortet die junge Kellnerin offensichtlich nicht zum ersten Mal und erzählt amüsiert die Geschichte, die sich vor einigen Jahren so zugetragen haben soll: Ein junger Mann, Mitte zwanzig, habe zur Geburtstagsfeier seiner Freundin einen ausgestopften Makaken Affen besorgt und ihr im Kaffeehaus vor allen Gästen diesen als Geschenk feierlich in einem Sackerl überreicht. Die Stimmung schwankte merklich, als die Freundin den Affen erblickte und heftig aufschrie. Was als lustiger Partygag begann, endete in einem lauten Streit. Als der Tisch schließlich zu späterer Stunde leer war, fand man das Sackerl mit dem Makaken Affen unter der Sitzbank. Seitdem bewacht er im Kaffeehaus die Gäste vor Streit und Missgunst.

„I BIN KEIN DOKTOR, I HAB KOAN TITEL”

Wer kennt sie nicht: Die besonders österreichische Affinität für Titel. Natürlich ist dieser Titel-Kult auch im Kaffeehaus präsent: Ein täglich gesehener Stammgast und Anrainer eines renommierten Kaffeehaus nahm stets seinen Platz vor dem vorletzten Fenster ein. Die Wirtin und ihr Team begrüßten ihn immer mit den Worten „Guten Morgen, Herr Doktor”. Doch eines Tages betonte der Herr, dass er überhaupt keinen Titel besaß: „I bin kein Doktor, i hab koan Titel”. In Anbetracht dieser Tatsache war klar: Wenn er schon kein Doktor ist, muss ein anderer Titel her. Fortan wurde er als Herr Hofrat angesprochen und wurde damit zum Hofrat des Kaffeehauses. Im Wiener Kaffeehaus gibt es zu Speis’ und Trank auch gleich einen Titel dazu.

DAS KAFFEEHAUS: EIN ORT AN DEM GESCHICHTEN ENTSTEHEN

Die Wiener Kaffeehäuser sind nicht nur einfach Cafés, sondern lebendige Bühnen, auf denen die Geschichten der Stadt zum Leben erweckt werden. Hier begegnen sich Stammgäste mit ihren einzigartigen Ritualen und Filmbegeisterte, die dem Kaffeehaus eine ganz besondere Magie zuschreiben. Die Erlebnisse, die man in diesen traditionsreichen Orten macht, sind unvergesslich und bieten eine schier endlose Quelle von Geschichten, die sich über die Jahre hinweg überliefern und immer wieder gerne erzählt werden.

„Glaubst ma nie“ – 2

Angefangen bei Thomas Bernhard, der im Café Bräunerhof saß als sich plötzlich ein Vogel ins Kaffeehaus verirrte und auf seiner Schulter landete, über Falco, der im Café Hummel ausgelassen feierte, bis hin zur Autorin Stefanie Sargnagel, die im Café Weidinger ihren Debütroman „Dicht“ verfasste — die Wiener Kaffeehäuser sind als Zufluchtsorte für KünstlerInnen und Intellektuelle international bekannt.

ZWISCHEN AFTERPARTY UND MORGENRITUAL

Doch es sind vor allem die alltäglichen Begebenheiten, die die Kaffeehäuser zu einem Hort von merkwürdigen Geschichten machen. So entstehen lustige Anekdoten, wenn die Kaffeehäuser frühmorgens ihre Türen öffnen und die Überlebenden der vergangenen Nacht, die noch nicht genug vom Feiern haben, auf jene Frühaufsteher treffen, die gestärkt von einer großen Tasse schwarzen Kaffee in den Tag starten wollen. Dabei kann es schon mal zu kleineren Reibereien und clashenden Gemütern kommen.

EINZIGARTIGE CHARAKTERE

Und dann sind da noch diese ganz speziellen Persönlichkeiten, schillernd, unverwechselbar und einmalig. Wie der Herr in seinen 60ern, der seit zwanzig Jahren täglich in sein Stammkaffeehaus geht und laut eigenen Angaben an einer bereits 1500 Seiten langen Biographie von Falco schreibt. Gerne holt er mit einer stolzen Miene ein Bild aus dem Portemonnaie hervor, das ihn und sein Idol nach einem Konzert in der Wiener Stadthalle zeigt und reicht es bereitwillig unter den anderen Gästen herum.

UNERWARTETE GÄSTE: DAS ZAHME FRETTCHEN, DAS CHAOS HINTERLIEß

Obwohl die Kaffeehaus-MitarbeiterInnen so einiges gewohnt sind, passieren immer wieder Momente, wo man dann doch kurz innehalten muss. So wie wenn ein Herr zum ersten Mal vorbeischaut und auf der Schulter ein waschechtes Frettchen trägt. Auf die skeptischen Blicke der Oberkellnerin hin meinte der Mann, das Tier sei zahm und tue keiner Seele was zu Leide. Als dann jedoch ein anderer Gast etwas lauter das Kaffeehaus betrat, schreckte das Tier zusammen und sprang über den Tresen direkt in die Küche. Es dauerte eine Stunde, bis es wieder eingefangen war — zersprungene Gläser, kaputte Teller drei ruinierte Torten inklusive. Der Halter des Frettchens hat sich zwar entschuldigt, aber war danach nie wieder gesehen.

WENN DAS LEBEN SELBST DIE FEDER FÜHRT

Das sind Geschichten, die das Leben im Kaffeehaus schreibt und die oft so skurril anmuten, dass man sie nur glauben kann, wenn man selbst in den Genuss der besonderen Atmosphäre eines Kaffeehauses gekommen ist. Am liebsten möchte man diese Geschichten mit einem Augenzwinkern weitererzählen, denn sie sind manchmal skurril, manchmal herzlich, aber auf jeden Fall unvergesslich.

„Glaubst ma nie“ – 1

Die Wiener Kaffeehäuser sind stille Zeugen zahlloser Geschichten, die sich im Laufe der Jahrzehnte in ihren vier Wänden abgespielt haben. Das Kaffeehaus wird von vielen WienerInnen als ein zweites Wohnzimmer wahrgenommen, als ein Ort der Vertrautheit und des Rückzugs, in dem die Sorgen des Alltags vergessen werden können. Christina Hummel, Inhaberin des Café Hummel in dritter Generation, erinnert sich an die Worte ihres Vaters: „Das Wiener Kaffeehaus ist wie ein Psychiater, der aber 365 Tage im Jahr offen hat.“ Und tatsächlich, im Kaffeehaus treffen sich Menschen unterschiedlicher Hintergründe und Generationen, und bei einem oder zwei großen Braunen ergibt sich so manche lustige Geschichte, die zum Alltag im Kaffeehaus dazugehört wie die Butter zum Semmerl.

CHARME DER VERGANGENHEIT

Grund dieser Geschichten, die unter den KellnerInnen und Stammgästen kursieren, sind oft TouristInnen oder junge Menschen, die vom Charme eines Kaffeehauses angezogen werden, denn die Kaffeehäuser bleiben ihrer geliebten Tradition treu — wer hier einen Flat White mit Erbsenmilch, einen Cold Brew oder einen Kaffee aus der Aeropress, bestellen möchte, ist im Café Hummel an der falschen Adresse.

FÜRSORGE UND SCHMÄH: AMÜSANTE SONDERWÜNSCHE

Im Kaffeehaus gilt aber auch ganz traditionell: Nur wenige Bestellungen kommen ohne kleine oder große Extrawünsche. Da hört man schon mal wie am Tisch nebenan ein Gast etwa ein Schnittlauchbrot ohne Schnittlauch bestellt, dafür aber mit Lachs, oder ein zuckerhaltiges Erfrischungsgetränk, obwohl der Kaffee nur mit Süßstoff gesüßt sein darf. Ein Schmunzeln macht sich breit, auch wenn die unterschiedlichen Vorlieben und Eigenheiten der Stammgäste im Wiener Kaffeehaus immer auf Gehör treffen und dort mit der nötigen Portion Fürsorge und Schmäh aufgenommen werden. Auch wenn sich ein Gast alle Kaffeesorten auf der Speisekarte erklären lässt, nur um schlussendlich einen Tee zu bestellen.

DAS ZEITUNGSABO

Eine besonders herzliche Geschichte, die gern unter Stammgästen erzählt wird, ist die der älteren Dame aus dem gleichen Haus, welche ein besonderes Talent dafür hatte, jeden Morgen eine der Tageszeitungen ihres ansäßigen Kaffeehauses zu stibitzen. Der Ehemann der Anrainerin entschloss sich dann schließlich dazu, dem Café ein neues Zeitungsabo zu bestellen, um seiner Gattin die Freude des Stibitzens nicht zu nehmen. Viele der Zeitungen, mitsamt einer Sammlung von Aschenbechern, Gläsern und Salzstreuern, fand man später in dem Kellerabteil der Anrainerin wieder: Tatsächlich war alles im Haus geblieben und bleibt allen, durch diese Geschichte, auch noch viele Generationen in Erinnerung.

SKURRILE ANEKDOTEN UND PROMI-ESKAPADEN

Die Wiener Kaffeehäuser sind mehr als einfache gastronomische Einrichtungen, denn in ihnen werden nicht nur Kaffee und Mehlspeisen serviert, sondern auch Geschichten gewoben, die im Gedächtnis bleiben und bei denen man am liebsten dabei gewesen wäre. Doch wie bei vielen dieser Geschichten gilt: „Was im Kaffeehaus passiert, bleibt auch im Kaffeehaus.”